Wie kann Erinnerung lebendig bleiben? Eine eindrucksvolle Antwort darauf gab die Preisverleihung des Theaterwettbewerbs „andersartig gedenken on stage“ in Berlin.
Am 23. Juni fand die Preisverleihung des 4. bundesweiten Theaterwettbewerbs „andersartig gedenken on stage“ im Pfefferberg Theater in Berlin statt. Die Stiftung weitblick beteiligt sich an der Finanzierung des Wettbewerbs und unterstützt damit die wichtige Erinnerungsarbeit des Förderkreises Gedenkort T4 e. V. Ausgezeichnet werden Theaterprojekte, die sich mit den Biografien von Menschen befassen, die den NS-„Euthanasie“-Verbrechen zum Opfer fielen, und deren Geschichten auf eindrucksvolle Weise auf die Bühne bringen.
Bereits vor jeder Preisverleihung erhielten die Gäste durch kurze Videoausschnitte einen bewegenden Einblick in die jeweiligen Theaterstücke. So wurde spürbar, mit wie viel Kreativität, Sensibilität und Engagement sich die Preisträger*innen diesem wichtigen Teil der Geschichte widmen. Ein weiterer Höhepunkt war die eindrucksvolle Rede von Jürgen Dusel, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Er machte deutlich, wie eng Erinnerung, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe miteinander verbunden sind. Einfühlsam und mit viel Charme führten die zwei Moderatorinnen durch die Veranstaltung.
Besonders beeindruckend war die gelebte Inklusion, die während der gesamten Preisverleihung spürbar war – sowohl auf der Bühne als auch im Publikum. Ebenso ermutigend war das Engagement der vielen jungen Menschen, die sich kreativ und verantwortungsvoll mit der Geschichte auseinandersetzen und damit zeigen, dass Erinnerungskultur auch zukünftige Generationen bewegt. Der Förderkreis Gedenkort T4 e.V. schuf einen einladenden Rahmen, der bei sommerlichem Wetter den Austausch mit Vertreter*innen verschiedener Organisationen, Mitwirkenden und weiteren Gästen begünstigte.
Als Stiftung ist es uns ein wichtiges Anliegen, Erinnerungsarbeit mitzutragen und die Geschichte von Menschen mit Behinderung sichtbar zu machen. Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der NS-Zeit erinnert daran, wie unverzichtbar der Einsatz für Menschenwürde, Inklusion und die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen bis heute ist. Kunst und Theater schaffen dabei einen besonderen Zugang, der zum Nachdenken anregt, den Dialog fördert und Erinnerung lebendig hält. Für die Stiftung weitblick war die Teilnahme deshalb ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit mit einer inklusiven Erinnerungskultur und eine Bestätigung dafür, wie viel gemeinsames Engagement für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft bewirken kann.